Schieferdecker und Sonstiges

4. srpna 2016 v 14:15 | mk03 |  auf Deutsch
An die Schieferdecker Zeit in Georgswalde erinnern u.a. zwei kleine Kupferschnallen, die zur Haltung des Schiefers bis zur heutigen Zeit an den Dächern gedient haben. Unsere zwei Schnallen (geschenkt vom örtlichen Schieferdecker Petr) wurden vom J.Diessner (mag sein, dass es sich dabei um den unten genannten Dachdeckermeister Diessner handelt) in Georgswalde hergerichtet. Wir wissen also, woher die Schnallen gekommen sind; wo kommt aber unser Schiefer her und seit wann er benutz wird, das weiß man nicht genau. Typisch für die Häuser des böhmischen Niederlandes sind die Schieferdächer. In Georgswalde benutzte man grauen Schiefer. Immer noch ist der Schiefer an vielen Dächern zu sehen. Der Schiefer soll, einer Theorie nach, aus dem fernen England mit der Eisenbahn gekommen sein - d.h. nach 1873 (bei diesem Datum handelt es sich um die Böhmische Nordbahn, nicht um die Bahstrecke Görlitz-Dresden, die schon 1847 eröffnet wurde - siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_G%C3%B6rlitz%E2%80%93Dresden). Es wäre aber wohl zu wenig und vielleicht auch zu teuer. An die Schieferdecker Ära erinnert auch das Bild des örtlichen Gasthauses zum Schieferdecker - in 30er Jahren von August Kades Witwe betrieben. In derselben Zeit sind in Georgswalde noch 5 Dachdecker tätig. Es sind J.Diessner, J.Mänzel, J.Möcke, J.Nitsche und R.Röttig. Laut den Erinerungen gab es zu dieser Zeit der 30er Jahren vom Schiefer so viel, dass "um sie zu sparen und die Räume wärmehaltender zu machen, wird ein Haus nach dem andern mit Schiefern oder gar mit dem hässlichen Eternit verhängt und ´tot´ gemacht". Laut der deutschen Wikipedia (https://www.wikipedia.de/) ist ein Schieferdecker eine alte Berufsbezeichnung für Dachdecker, die ausschließlich mit Schiefer arbeiteten, was logisch klingt. Dabei, laut derselben Wikipedia: "Die größte Blüte erreichte das Schieferdecker-Handwerk im Mittelalter. In dieser Zeit wurden die meisten hochwertigen Bauten mit Schiefer gedeckt." Der Schiefer war aber schon in der Urzeit bekannt, jedoch hat man mit ihm keine Dächer bedeckt (siehe http://www.rozhlas.cz/sever/planetarium/_zprava/67128). Um Dächer mit Schiefer decken zu können braucht man eben den Schiefer, und das mögliche Weise aus der Nähe. In Mähren hat man den Schiefer schon zu früheren Zeiten geborgen (siehe tsch. Wikipedia - das Schiefermuseum - https://cs.wikipedia.org/wiki/Muzeum_b%C5%99idlice; oder Webseite http://slon.diamo.cz/hpvt/2003/sekce_t/T10%20Strohalm.htm). Dabei sprechen wir über die Zeit der Hälfte des 19. Jahrhunderts. Da man aber aus Mähren den Schiefer mehrere hundert Kilometer liefern müsste, und da es in der Region bis 1873 keine Eisenbahn gab, wäre die ganze Sache desto teurer und luxuriöser. Georgswalder Schiefer konnte aber auch aus der Schiefergrube bei Tremosna im Bezirk Pilsen kommen, wo Schiefer schon im Jahre 1578 geborgen wurde (https://cs.wikipedia.org/wiki/Hromnick%C3%A9_jez%C3%ADrko). Eine weitere Variante wäre, dass man den Schiefer aus dem damaligen Sachsen geholt hatte. In Frage kämen z.B. Theuma bei Plauen im Vogtland (www.google.com), oder auch dem thüringer Lehesten, was aber weiter wäre (www.google.com). In Sammlungen des georgswalder Museums befinden sich u.a. Abbildungen alter georgswalder Bauten. Sie stammen aus dem Ende des 18.Jahrhunderts. Bemerkenswert dabei ist, das manche davon scheinen mit Schieferdach bedeckt zu sein - und das etwa 80 Jahre vor der Ankunft der Eisenbahn. Als Beispiel diene der Wendlerhof - die historische Nr.10 in der Kirchgasse (siehe Abbildung), oder das Haus vom Caleb Rössler. Bewiesen damit also wäre, dass man den Schiefer zur Dachdeckung ab dem Jahre 1800 oder früher benutzt hatte (jedoch nicht früher als 1775 - siehe https://cs.wikipedia.org/wiki/Hromosvod). Da er aber nur auf einigen wichtigsten Gebäuden der Zeit auftritt, war er wohl nicht aus der Nähe kommend und musste her transportiert worden sein, und das nicht zum billigen Geld. In dieser konnte aber die Schieferdecker-Geschichte begonnen haben.

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